"FERRO" eine Skulptur für das Burano-Viertel in Espelkamp

Die Fischerinsel Burano vor Venedig zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass die Bewohner ihre Häuser in den unterschiedlichsten kräftigen Farben gestaltet haben. Gemeinsam haben alle Häuser jedoch einheitliche weiße Tür- und Fensterlaibungen, grüne Türen und grüne Fensterläden.

 


Die Originalfarben wurden mit einem Farbmessgerät vor Ort gemessen und für Espelkamp gesondert hergestellt. Bei dem Anstrich wurde darauf geachtet, in Burano vorhandene Farbkombinationen zu übernehmen. Die grünen Fensterläden wurden nur bildlich auf die Fassaden aufgetragen.

Die Skulptur „Ferro“ des Künstlers Rainer Ern versteht sich als „Branding“, d.h. als Markenzeichen für ein in seiner Wirkung völlig neu entstandenes Quartier. Neben der künstlerischen Symbolik soll Ferro auch als Symbol für eine neue Quartiersidentität der Bewohner stehen.  

Das Kunstwerk besteht aus 3 Kreishälften. Jede Kreishälfte stellt den abstrahierten Bug der venezianischen Gondeln dar. Dieser Bug besteht im Original aus einem etwa 22kg schweren Metallbeschlag (Metallschweif) und wird Ferro genannt (italienisch für Eisen). Ursprünglich war der Ferro nur als Gegengewicht zum Gondoliere gedacht. Dieses Gegengewicht wurde aber immer mehr als Schmuck und Symbol für die Stadt Venedig ausgestaltet. Die einzelnen Zacken sollen die einzelnen Stadtteile und Inseln von Venedig symbolisieren.  Eine dieser Zacken repräsentiert auch die Insel Burano. Die drei Kreisabschnitte des Objekts “Ferro“ ergeben in ihrer Summe eine Art Kugel. Die Kugel ist nicht nur ein geometrischer Körper, sondern auch das Symbol der Vollständigkeit, der Gesamtheit aller einander aufhebenden Gegensätze.

Die Farbigkeit, die sich bei Tage in dem Objekt eher zurückhält, wird sich in den Abendstunden, wenn die Fassaden der Häuser langsam wieder vergrauen, auf der Oberfläche der Stahlflächen wiederfinden.


Farbwechsel der Skulptur bei Nacht , Fotos von H. Schmalhorst